Wie man sich einen Arbeitstag teilt

Das kleine Kind ist krank. Wieder. Das letzte Mal ist ja auch schon eineinhalb Wochen her.

Durchschnittlich haben Kinder im zweiten Lebensjahr 12 mal eine Erkrankung. Aber das will man ja eigentlich gar nicht wissen 🙂

Wenn man nicht arbeiten müsste, wäre es kein Problem. Mit dem Kind kuscheln, mit dem Kind spielen, sich eine gemütliche Zeit machen.

Wenn aber beide arbeiten, wird aus Mitgefühl schnell Frust und Panik.  Oh nein! Schon wieder krank! Muss das sein? Wer muss zuhause bleiben? Wer kann zuhause bleiben? Stecken sich die Kinder dann gegenseitig an? Nacheinander natürlich? Muss ich zum Kinderarzt (ohne Bescheinigung keine Krankentage)?

Eine Bekannte von uns war drei Jahre beim ersten Kind zuhause, dann noch zwei beim zweiten. Also 5 Jahre, in denen sie stressfrei sagen konnte: Kind krank, armes Haserl! Nicht: Kind krank, ich dreh durch. Inzwischen arbeitet sie wieder. Hat die Kleinkindphase gut überstanden. Mit Fröhlichkeit, Zeit für sich und viiiiel Zeit für die Kinder.

Leider kommt das Zuhause Bleiben bei uns aus finanziellen Gründen ja nicht in Betracht, ebenso wenig wie die Kinderfrau, die dann einspringen kann, oder die allgemein die Minimaus während unserer Arbeitszeiten zu einem optimalen Betreuungsschlüssel versorgen kann. Schade! 😉

Also sieht es so aus, dass der Mann von mitten in der Nacht bis ca. 16 Uhr arbeitet und dann fliegender Wechsel ist, und ich so lange wie ich kann lerne. Mit Pausen von Abendessen gegen 18 Uhr und ins Bett bringen. Und dann so lange wie ich kann. Effektiv lernen geht dann aber meistens auch nicht mehr.

Abends habe ich dann schon einen 12 Stunden Tag hinter mir. Nein, keinen echten Arbeitstag, manchmal habe ich sogar eine Stunde Mittagsschlaf gemacht, aber im Allgemeinen ist man ja abends auch am Wochenende müde (wenn man 6:30 Uhr aufgestanden ist). Und so ist es auch an solchen Tagen. Mich nervt die Langsamkeit des Denkens, wenn ich müde vorm Schreibtisch sitze. Dass die Zeit, wenn man dann die Müdigkeit einigermaßen überwunden hat, auch schon wieder rennt und man doch für den nächsten Tag fit sein muss. Also irgendwann dann auch mal ins Bett.

Ich habe also vier Stunden, bin aber leider zu müde, sie effektiv zu nutzen.

Kann der Mann sich etwas loseisen und einen halben Tag Urlaub nehmen, kommt er gegen 12 Uhr nach Hause und ich habe theoretisch acht Stunden.

Aber ehrlich. Optimal ist das alles nicht.

Aber kinderkrank schreiben kann sich der Mann halt auch nicht immer. Nicht, wenn Projektabgaben drängen oder Dienstreisen bevorstehen. Also bleibt wieder nur hoffen oder wahlweise beten, dass die nächste Gesundheitsphase länger anhält als drei Kitatage. Toi toi toi!

Merke: Vereinbarkeit ist das, was geht, wenn alles perfekt läuft.

Perfekt…. wann läuft es schon mal nicht so? 😉

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Autor: Juristin

Juristin, Mutter, Ehefrau u.v.m.

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