Weniger Haushalt = mehr Freizeit

Haushalt Töpfe

Es ist eine Tatsache, dass jeder Mensch nur 24 Stunden am Tag hat. Und jeder hat viele viele Möglichkeiten diese Zeit zu verbringen. Manche langweilen sich oft, viele hetzen, manche wollen Dinge und dürfen oder können nicht, manche müssen und wollen nicht…

Fast alle Eltern haben die gleichen Themen, denen sie ihre Zeit widmen wollensollenmüssen:

  • sich selbst – notwendige Dinge: waschen, schlafen, essen
  • sich selbst – schöne Dinge: Freizeit, ausgehen, Hobbys, Sport
  • Erwerbsarbeit
  • Haushaltsarbeit: putzen, aufräumen, reparieren etc.
  • allgemeiner Lebenskram: Arzt, Anträge, Geburtstagsgeschenke etc.
  • Zeit mit den Kindern: essen, spielen, ins Bett bringen, waschen, anziehen, irgendwo hinbringen, abholen, Entwicklung überwachen, Ausflüge, Freunde besuchen etc.
  • soziale Kontakte: Familie, Freunde, Bekannte

Für Leute, die ihren Perfektionismus nicht im Haushalt ausleben wollen (so wie mich), sondern für die Freizeit und Schlaf! wichtiger sind als Ordnung, sammle ich hier Ideen, wie man Haushaltsarbeit(szeit) reduzieren kann, um den anderen Dingen mehr Zeit zu widmen: Kinderzeit + Elternzeit.

Jeder Mensch ist einzigartig, für jeden haben die Dinge unterschiedliche Bedeutungen, das ist klar. Deshalb wird es nur Hinweise und Erfahrungen geben, aber keine Vorschriften. Nicht, dass sich ein Erwachsener von jemandem aus dem Internet überhaupt etwas vorschreiben lassen sollte, aber ehrlich: Sobald insbesondere Frauen von anderen hören, was die alles tolles machen und hinkriegen und so weiter, kommt nicht nur der Gedanke „sollte ich das auch?“, sondern oft auch gleich das schlechte Gewissen mit dazu („ich sollte das auch!“). ODER es kommt ein „also ich krieg das ja besser hin, ich mache das richtig und die/der falsch“. Das ist auch erstmal nicht verwunderlich, denn jede/r kann ja nur von sich selbst, seinen Erfahrungen und seiner Meinung ausgehen. Wer viel Wert auf Kreativität legt, bedauert vielleicht die Kindern, deren Eltern nie mit ihnen singen. Ich glaube, auch diese Kinder können glücklich aufwachsen. Für wen es persönlich super befriedigend ist, wenn abends nach der liebevoll zubereiteten Biomahlzeit alles blinkt und glänzt, für den ist es auch toll, das zu machen. Und auf andere, die dies nicht tun, schaut er herunter, weil er nicht verstehen kann, dass sein persönlicher Wohlfühl-Standard nicht der von jederman ist.

Egal, was man von anderen präsentiert bekommt und egal, wofür man kritisiert wird: Bevor man die innere oder äußere Kritik annimmt, sollte man für sich genau ausleuchten, ob man mit sich selbst vielleicht nicht doch zufrieden sein kann? Vielleicht hat man ja auch keine Lust, die Ziele von anderen für sich zu übernehmen, nur weil jemand sagt „du musst“?

Meine Oma hat beispielsweise nach dem Vollzeitjob jeden Abend gekocht und bis nachts geputzt, aufgeräumt, genäht/repariert etc. Mir persönlich ist Freizeit da wichtiger, und Schlafen auch. Denn habe ich beides zu kurz, werde ich gereizt, bin schnell genervt und motze rum. Und selbst wenn ich nicht motze, dann kostet es mich jedenfalls deutlich mehr Energie und Kraft, eben nicht einfach loszumeckern, sondern mich in andere hineinzuversetzen, ihre Beweggründe zu erforschen und nachzuvollziehen, andere Meinungen mit meiner zu vergleichen und abzuwägen, meine Perspektive in Frage zu stellen.

Und da bin ich lieber gut gelaunt und nett zu meiner Familie als „tüchtig“, lieber faul als fleißig. Ich kenne ehrlich gesagt auch kaum Eltern, die ich als faul bezeichnen würde. Jeder wendet seine Energie irgendwo auf. Wenn ich einen Vollzeitjob mache und dafür brenne, ein Ehrenamt, Sport, intensive Kinderbetreuung oder im Hobby engagiert bin, dann bleibt eben nicht für alles Energie übrig. Dann bin ich eben in anderen Bereichen fleißig und nicht (nur) im Haushalt. Schwiegermütter sehen das naturgemäß meistens gaaaaanz anders.

Darum will ich Euch nicht anlügen und muss ergänzen:

Weniger Haushalt = mehr Freizeit + mehr Stress mit Schwiegermutter. 😀

(unsere hat mal zu bedenken gegeben, dass uns das Jugendamt die Kinder wegnehmen könnte, weil unsere Garderobe immer so unordentlich wäre (die Kinder wollten ihre Schuhe nie ordentlich nebeneinander stehenlassen und immer lagen Schals und Handschuhe herum! oder die Kinder versuchten, drei Jacken auf einen Haken zu hängen) und auf dem Esstisch immer alles vollgestapelt wäre. Lach. Also immer locker bleiben. Alle anderen sehen sowieso alles anders 😉 )

Und nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich mag es gerne sauber und ordentlich. Auch gerne sehr sauber und sehr ordentlich. Zum Beispiel sind mir viele Küchenarbeitsplatten ein Graus, auf denen -für mich- alles herumsteht: Kochlöffel, Öle, Essig, Gewürze, Brot, Schneidebretter, Messer, Mixer, Dekoration. Wer soll das alles aufheben und herumstellen, nur weil man mal die Arbeitsplatte abwischen will? Aber so hat eben jeder seins.

Ich glaube, ich bin der „15 minutes messy“ bzw. „15 minutes from tidy“ – Typ. Alle Unordnung, die man innerhalb von 15 min beseitigen kann, ist für mich völlig akzeptabel (außer natürlich es tropft, kleckert, schlammt etc.). Dann habe ich das Gefühl „Ja, kannst du abends schnell noch aufräumen / wischen und dann ist alles ordentlich“, und das fühlt sich ok an. Der Mann hier ist da öfters anderer Meinung, was ja auch ok ist. Natürlich wünschte ich, er wäre entspannter, und natürlich gibt es manchmal Streit, aber so ist das eben. Ihn stresst es, wenn ich Orangenschalen auf dem Teller nicht sofort entsorge, mich, wenn er seine Post wochenlang (geöffnet) liegen lässt, „weil er nicht weiß, wo er die hinräumen soll“.

Wir haben nur beide keine Lust, viel Zeit für die zu erledigenden Haushaltsaufgaben aufzuwenden. Je weniger, desto besser. Also deshalb – „jeder Fortschritt der Menschheit beruht darauf, dass Leute sich das Leben erleichtern wollen“ (Schwiegermutter würde sagen: „auf Faulheit“)  😀

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Autor: Juristin

Juristin, Mutter, Ehefrau u.v.m.

3 Kommentare zu „Weniger Haushalt = mehr Freizeit“

  1. Das mit der Garderobe ist ja wirklich total abwegig … Ich gebe Dir mit Deinen Ausführungen vollkommen Recht. Wo habe ich in letzter Zeit richtig Abstriche gemacht? Bei meinem Sauberkeitsempfinden. Und es ist immer noch OK bei uns. Es gibt meines Erachtens keine bessere Stelle, um als Mutter Energie einzusparen.

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  2. Sehr schön! Ich persönlich bin ja der „15 Minuten aufräumen“-Typ. Ich lasse tagsüber das Meiste unordentlich sein, abgesehen von der Küche nach dem Essen, und mache einmal am Tag 15 Minuten klar Schiff. Das ist erstaunlich effizient!

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  3. Ja wenn daa Jugendamt erst mal da ist kann man das singen und vorlesen wirklich vergessen. Dann hilft nur noch putzen Bis es wie geleckt aussieht. In allen anderen fällen investiert man die Zeit lieber sehr sorgfältig

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