„Ich bin keine Feministin …“

emma whatson feminist

Bildquelle: Huffington Post

Immer wieder lese ich von Frauen, die sagen, sie seien (selbstverständlich*) keine Feministinnen noch wollten sie welche sein.

Ich muss sagen, dass ich das nicht nur nicht nachvollziehen kann, sondern überhaupt in keinster Weise kein bisschen nicht verstehe, wie man das Bedürfnis haben kann, sich von einer Bewegung abgrenzen zu müssen, die einem mehr Rechte zugestehen will.

Der einzige Beweggrund, der mir einfallen will, ist der, das man anderen Frauen, denen dann ja gleichfalls aufgrund ihres Frauseins diese (neuen) Rechte zustehen würden, diese nicht zugestehen will. So ein bisschen wie bei der Abtreibungsdebatte, allerdings ist hier ja doch der entscheidende Unterschied, dass es um einen Dritten (das Ungeborene) geht.

Was bedeutet denn Feminismus eigentlich?

Es bedeutet, dass man glaubt, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte zustehen sollten. Nicht nur rechtlich (Art. 3 Abs. 2 S. 1 Grundgesetz), sondern auch tatsächlich (Art. 3 Abs. 2 S. 2 Grundgesetz).

Sicher, es gibt viele Strömungen im Feminismus. Hauptsächlich dreht sich die Diskussion aber um die Themen Gleichheit / Verschiedenheit. Aber man muss ja gar nicht in die Theorie einsteigen, wenn man nicht will.

Ich persönlich denke, dass Männer und Frauen bereits genetisch unterschiedliche Verhaltenweisen mitbringen, möchte da aber niemandem bei reinreden, der das anders sieht.

Fakt ist doch: Die Varianz ist innerhalb der Geschlechter so viel stärker als zwischen den Geschlechtern, dass es völlig egal ist, ob Männer und Frauen gleiche oder unterschiedliche Anlagen haben. Und dass man das sowohl bejahen als auch verneinen kann und dennoch allen Menschen die gleichen Rechte zugestehen kann. Wenn man das will.

Das Männer vielleicht nicht „abgeben wollen“, was ihnen lange exklusiv zustand, kann ich ja noch nachvollziehen. Das Frauen aber nicht nur nicht „nehmen“ wollen, was sich ihnen bietet – niemand ist verpflichtet, ein Recht für sich geltend zu machen – sondern auch noch den Feminismus ablehnen, und somit allen Frauen diese Rechte absprechen wollen. Nun ja, mich wundert’s.

Man kann demzufolge auch ganz leicht als Mann Feminist sein. Sprecht einfach folgenden Satz: „Ich glaube, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollten.“

Stufe 2: Sprecht ihn öffentlich aus.

Und berichtet von den Reaktionen 😉

 

 

*wtf?

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Autor: Juristin

Juristin, Mutter, Ehefrau u.v.m.

4 Kommentare zu „„Ich bin keine Feministin …““

  1. Danke für den Beitrag. Er zeigt mir mal wieder, dass ich Feministin bin und was ist daran nun schlimm? Ich gebe Dir vollkommen Recht, wenn Du schreibst, dass wir uns und anderen Frauen keine Rechte absprechen dürfen. Ich lebe auch in meiner Ehe die Gleichberechtigung und würde es nicht anders wollen. Das nennen viele Vereinbarkeit. Um diese Frage dreht es sich, wenn ein Elternpaar in einer gleichberechtigten Partnerschaft leben will. Dann stellt sich die Vereinbarkeitsfrage für beide Elternteile, dann arbeitet auch Mama und nicht so wenig, dass man es letztlich doch als klassische Rollenverteilung erkennen muss. Für mich bedeutet Gleichberechtigung, dass mein Mann genauso viel (oder genauso wenig) arbeitet wie ich, genauso viel Familienarbeit übernimmt und von mir ansonsten unabhängig bleibt. Lach. Und ich von ihm natürlich. Das ist für mich ein wichtiger Teil des Feminismus, dass ich genauso darüber diskutieren kann, wer wann wie lange arbeitet und wer wann die Mäuse abholt, die Kinderkrankentage übernimmt, die Waschmaschine anwirft etc. Das diskutieren für meinen Geschmack noch viel zu wenig Eltern miteinander. Also, ich sage das ab sofort auch öffentlich: Ich glaube, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollten. 🙂 LG, Martamam

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    1. Die Definition mit Gleichberechtigung ist diesen Leuten nicht klar. Es wird als „Macht der Frauen über die Männer“ umdefiniert und eine umgekehrte Weltordnung heraufbeschworen in der Frauen Kriege führen, vergewaltigen, Völker ausrotten und Kulturgüter zerstören. Kaum jemand spricht sich wörtlich gegen gleiche Rechte aus. Das wäre heutzutage zumindest in westlichen Ländern nicht mehr salonfähig. Deshalb wird feminismus undefiniert. Leider gehen in vielen Feminismus Strömungen ja auch die Mütter verloren einfach deshalb will diese wie Zeit haben zu kämpfen. Mir ist es inzwischen egal wenn jmd sich gegen feminismus ausspricht. Ich Frage einfach: habe ich weniger Rechte weil ich Ingenieurin bin? Dann verstummen alle …

      Gefällt 2 Personen

  2. Vielleicht lehnen sie es ab weil es im Grunde eine Menschengruppe nur nach ihrem Geschlecht auswählt und für dessen Rechte eintritt. Mittel nutzt die ja eigentlich abgelehnt werden. Es finden sich, wenn man darauf achtet, regelmäßig diskriminierende Ansätze auch in der Frauenbewegung. Sie, machen die selben Fehler, kämpfen mit den selben Mitteln. Eine wirklich richtige Bewegung sollte unabhängig von solchen Dingen wie Geschlecht, Rasse usw. agieren. In bestimmten Regionen der Welt, wäre auch die Zeit dafür. In anderen mag es schon noch um diese grundsätzlichen Frauenfragen gehen.

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