Was machst Du eigentlich den ganzen Tag – 5. März

Heute ist der 5. März. Schon wieder ist ein Monat vergangen, heute fragt Frau Brüllen wieder „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ (WmdedgT).

Es ist Wochenende! Samstag! Ausschlaftag! Hurra!

Der Tag beginnt gegen 0:30 Uhr, als die kleine nochmal stillen will. Danach wühlt und wühlt sie, bis sie fast aus dem Bett fällt. Morgens gegen 5 Uhr auch noch mal eine große Wühlrunde. Zum Glück schläft sie nochmal tief ein! Die letzten drei Nächte waren besser und man gewöhnt sich an sowas ja immer viel zu schnell.

Ich bin müder als erwartet, als uns um 7 Uhr (so spät !! für Kinderlose: 10 Uhr) die große Tochter weckt, die leise über den quietschenden Fußboden ins Bad schleicht. In unserer letzten Wohnung quietschte der Fußboden, in unserer jetzigen quietscht er, und in der nächsten mit Sicherheit immer noch. Natürlich am Dreh- und Angelpunkt der Wohnung, dort, wo sich alle im Flur die meisten Türen treffen, dort also, wo jeder bei jedem Gang lang lang muss, egal von wo nach wo.

Die kleine macht leise „Da!“ und krabbelt Richtung Bettkante. Da geht auch schon die Tür auf und der Mann, der wegen hartnäckiger Erkältung auf dem Sofa nächtigte, kommt herein und übernimmt die kleine. Wie ein Traum! 😀 Ich dreh mich um, stelle fest, dass Kopfweh, Nackenweh, Rückenweh und so weiter vorhanden sind, strecke mich eine Runde und düsele langsam weg, während der Mann die kleine wickelt und anzieht und die große wirklich lustige Sachen von ihren neuen imaginären Haustieren erzählt.

Punkt neun kommt die große Tochter ins Zimmer und weckt mich. Ich wundere mich minimal, sonst ist der Mann doch nicht so minutengenau? Aber des Rätsels Lösung klärt sich schnell. Der Mann und die kleine Tochter kaufen Brötchen und die große ist „allein“ zu Haus. Da kann man doch endlich mal die Langschläfer – Mama wecken, um mit ihr zu spielen. 😀

Leider muss ich sie enttäuschen. Wir füttern noch schnell die imaginären Haustiere, dann frühstücke ich und erkläre, dass ich heute arbeiten muss. „Papa macht mit euch einen Ausflug!“ Ich erwarte Begeisterung, aber „Ach nöööööööööööö“ Hallo? Hat mein Kind sich in ein Pubertier verwandelt? Naja, sie möchte jetzt eben mit Mama spielen, schon klar. Aber heute ist mein Klausurtag, da es in der nächsten Woche wegen Terminen nicht passt, und der Mann hat sich heldenhaft angeboten, mit den Kindern einen Ausflug zu machen.

Gestern noch schnell abklären: Großeltern 1: zu beschäftigt. Großeltern 2: zu beschäftigt (aber sonst gerne). Der Mann möchte ins mal in Tropical Islands, aber alleine mit zwei Kindern geht nicht und wer bitte schön tut sich das außer Großeltern an? Hinfahren und sechs Stunden Babysitter spielen? Das kann man von keinem verlangen. Also ein anderes Mal. ……………Hm *denkdenk*….. dann auf ins Kindermuseum.

Gegen 10 Uhr starte ich die Klausur und bis bin nachmittags beschäftigt. Es läuft ganz gut. Schön! auch wenn nicht optimal, aber schon viel besser als letztes Mal. Der Mann schmiert Unmengen von Brötchen und verfrachtet die Kinder ins Auto. Er ist jetzt so semibegeistert, würde ich sagen. Kriegt drei Bonuspunkte gutgeschrieben 😉

Gegen 14:30 Uhr schreibt der Mann eine SMS „Wann können wir wiederkommen?“ *lol* Schon klar, es läuft suboptimal. „Halbe Stunde brauche ich noch“ schreibe ich zurück. Die Zeit brauchen sie sowieso für den Heimweg, das passt.

Gegen 15 Uhr sind alle wieder da. Ich weiß, jetzt läuft am Schreibtisch nicht mehr viel. „Eigentlich wollte sie länger bleiben, aber es lief nicht mehr so gut.“, erzählt der Mann. Die große Tochter erzählt, dass es ihr gut gefallen hat. Das ist schön, besonders nach der Ansage heute morgen. Ich ziehe die Kinder aus und der Mann verabschiedet sich ins Bett.

Wir essen. Gemütlich? Fast. Die kleine Tochter will ein Brötchen. Ach nee, das nicht. Ein anderes Stück, von der großen Schwester. Doch Brötchen, Nein, Apfel. Nachdem der Apfel alle ist, wieder ja, nein, vielleicht. Ich bin leicht genervt. Ach als sie aufgestanden ist, läuft sie immer wieder zum Tisch und will essen. Nein, doch nicht. usw.

Nach dem Essen spielt die große Tochter „baden“ mit ihren Pferden und Puppen. Sie fragt fünfmal, ob ich mitspielen will. Ich will jetzt nicht. Sage ich fünfmal. Sie hat gute Argumente. Tut mir leid, mein Schatz. Für die kleine baue ich die Rutsche auf. Sie spielt allein, ich stehe nur daneben und surfe. Bemitleide mich ein bisschen selbst, seit ich bei der Jongleurin las, dass sie den vormittag lesend ohne Kind im Bett verbracht hat. Nein, ich will nicht tauschen. (Nur ein Stündchen!). Aber zur Zeit lese ich sowieso nichts außer Jurakram. Denn dafür ist sowieso schon zu wenig Zeit, so insgesamt gesehen.

15:55 Uhr Ich spiele mit der großen Tochter Pferdchen. Die kleine bekommt großzügig auch eins in die Hand und galoppiert mit. Dabei sein ist alles.

16:15 Uhr: Wir gehen den Papa wecken. Er will nicht. Würde ich auch nicht wollen. Aber wenn er jetzt drei Stunden schläft, wird er zur Nachteule. Ich schlage der großen Tochter vor, einen Film mit Papa zu schauen, dann kann er sich auf der Couch noch einkuscheln, aber sie hat keine Lust (auch ganz was neues). Im Prinzip begrüßen wir diese Entscheidung ja. Aber wieso hat sie gerade dann einmal keine Lust, wenn es den Erwachsenen so gut passen würde 😀

Gegen 17 Uhr: Ich in müde. Ich mache eine Essens- und Einkaufsliste und bin absolut ideenlos, planlos, tempolos. Denke nur an die Jongleurin. Lesen im Bett. Ungestört. Stephen King…. Egal. Ich dackel mit den Kinder los und der Mann macht Essen und hat ein bisschen Freizeit. Unterwegs zeigt die große Tochter auf den Baum an der Ecke: ja, da hängt eine Hose drin (?!). Ja, und ein Drachen. Ja, und eine alte Plastiktüte. Wirklich volle Bäume hier *lol*

Im Laden mit der großen Tochter diskutieren, warum ich sie nicht im Einkaufswagen schieben kann. Ja, der Papa kann das auch mit Kinderwagen und Nr. 2 dabei. Ich muss nur eine Hand nach vorn halten und eine nach hinten. Ja, der Papa kann das. Nein, ich werde das nicht machen. Nein. ECHT NICHT. Maulend schiebt sie ihre kleine Schwester durch den Laden. Klappt erstaunlich gut. Mein großes Mädchen! Weiter maulend schiebt sie ihre Schwester dann nach Hause, während ich die schweren Einkaufstüten trage. Mein großes Mädchen! Glück hat sie auch gehabt: Einen Cent gefunden! 🙂

18:30 Uhr: Zuhause essen: Die Kleine macht schon wieder so ein Essenstheater. Langsam reichts mir damit. Alles super, aber das Essen….. Ja, ham ham, nein, Kopfschütteln. Doch essen. Dann Kartoffeln zerdrücken. Nur füttern geht einigermaßen, aber ich bin immer genervter. Das zieht sich schon seit Wochen! Der Mann erkennt es…. nein… alle am Tisch erkennen es *seufz* und er wechselt mit mir den Platz und füttert das Kind zuende, damit ich in Ruhe aufessen kann. Ich verspreche der großen Tochter, gleich mit ihr zu spielen. Sie stößt noch tausend Drohungen aus, um mehr Saft zu bekommen (Nein, nur noch Wasser!), und ist ein richtiger Wüterich seit einiger Zeit. Ungefähr, seit der Zahn wackelt. Mannometer! „Dann hau ich dich!“ „Dann kreisch in dir ins Ohr!“ Warum sie immer sooooo wütend ist, weiß sie selbst nicht, sagt sie. Dazu diese Woche einen Buchtitel gelesen „Wackelt der Zahn, wackelt die Seele“. Passt.

Dann spielen. Ähmm….. Kinderzimmer sieht aus wie Bombe! Also erst aufräumen. Wieder Wut. „Ich hasse aufräumen“, „Du musst mir helfen“, „Du musst auch aufräumen“. Ähhhhmmm…. nein. Ich setze mich zu ihr und dirigiere. In 5 min ist der Tisch frei. In etwa 10 alles fertig. „Ging doch gut“, sage ich, „schau wie schön wir jetzt Platz zum Spielen haben“. „Ja, ich hasse aufräumen auch nur ein bisschen.“ Na dann ist ja gut 😀 Sie ist auch schon ziemlich müde, die große Tochter.

Wir spielen, wir waschen, wir cremen, wir putzen Zähne und bürsten Haare. Endlich mal Mamazeit! Der Mann bringt derweil die kleine ins Bett.

Gegen 20:20 Uhr noch eine kleine Geschichte lesen. Ich bin so müde, dass ich fast nicht lesen kann. Dann kuscheln und Hörspiel hören. Schöööön! Mal schauen, ob ich einschlafe. 75 zu 25, ist meine Schätzung. Die große hört und hört und hört. Ich bin im Halbschlaf. Der Mann geht aus, nicht ohne vorher noch den Geschirrspüler anzustellen. (+1 Bonuspunkt*g*)

21:10 Uhr: Ich werde wieder wach. Habe nicht ganz geschlafen, aber so halbschlafmäßig. Glaube ich. Kind immer noch wach. Wie macht die das bloß? Ich sage „Gute Nacht“ und gehe raus. Freizeit! Viel geht nicht mehr. Als erstes Mitternachtsimbiss in der Küche. Dann ein bisschen Internet. Dann dies hier tippen. Bin zufrieden. Alles gut gegangen heute 🙂

edit: 23:05 Uhr letzte Stunde damit verbraucht, nicht funktionierenden Computer wieder zum Arbeiten zu bringen – tolle Freizeit!

23:10 Uhr weinen aus dem Nebenzimmer – Nr. 2 will stillen. Ärgert sich, dass wir nicht stillen. Schläft erstaunlich schnell wieder im Arm ein. Lässt sich noch erstaunlicher sehr bald wieder ins Bett legen. 23:23 Uhr Schläft wieder.

Nun noch kurz eine schon gestern liegengebliebene Arbeit fertigstellen und dann: Bett!

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Autor: Juristin

Juristin, Mutter, Ehefrau u.v.m.

4 Kommentare zu „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag – 5. März“

  1. Ich habe in deinem Text unheimlich viel wiedererkannt. Tut gut, zu wissen, dass es auch bei Anderen so läuft oder eben nicht läuft. 😄Wünsche allzeit starke Nerven, Zeit zum Schlafen und viel Erfolg beim Studium.👍

    Beste Grüße
    Papapreneur

    Gefällt 1 Person

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