Facebook – das Besserwisserprogramm

Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass ich mich auch mit einer „falschen“ Emailadresse bei fb einloggen kann. Habe ich nämlich einen Buchstabendreher in meiner Emailadresse, geht der Login trotzdem. Ich mag naiv sein, bin aber trotzdem schockiert! 😉 Ist das Allgemeinwissen, „Muss das so?“ oder was ist da los? Habt ihr das auch schon erlebt?

Ansonsten ist Facebook, die Datenkrake, aus juristischer Sicht natürlich interessant und auch schon mehrfach heftig mit dem deutschen Rechtsstaat kollidiert. Aus Zeitgründen kann ich mich leider nicht damit beschäftigen, obwohl ich Lust dazu hätte. Also wie alles auf „nach dem Examen“ schieben…

Vor einiger Zeit wurde Facebook vom Landgericht Berlin auf Antrag der Verbraucherzentrale zu einem Ordnungsgeld (in Höhe von für us-amerikanische Verhältnisse lächerlichen, für Deutschland enormen 100.000 Euro) verurteilt. In der Begründung las ich, dass Facebook – das sich ja allgemein das Recht an jeglichen dort eingebrachten Inhalten zusprechen lässt – immer wieder kundtut, es wolle die Rechte gar nicht haben, um sie selbst zu nutzen, brauche diese aber, um in der Form wie es dort möglich ist, Inhalte teilen zu können (Dabei müsste man das Teilen ja nur unter Verlinkung der originären Quelle bzw. unter Rückführung auf diese anbieten).

Das war mir neu. Ich dachte immer, die geben unverhohlen zu, dass sie das toll finden, ihre „bessere Onlinewelt“ zu spinnen, mit allem, was ihrer Meinung nach dazugehört. Ich bin jedenfalls gespannt, was daraus wird. Auch aus den vielen anderen Funktionen. Das Kapern aller Adress- und Emaildaten, die man so hat. Das Ausblenden von Nachrichten, weil Facebook“besser weiß“, was du sehen möchtest (den Sieg des Trivialen wahrscheinlich). Das absolute Speichern und Verbinden von allem, die Verführung, sein Leben digital komplett nachvollziehbar zu machen (das sind die gleichen Personen, die Dir nur ausweichend Auskunft geben, wenn Du fragst, wie der Urlaub war oder welche Note sie denn nun in der letzten Prüfung hatten. Vielleicht kann man so im direkten Kontakt einfach nicht so gut lügen und verschleiern wie über Telemedien.). Und psychologisch gesehen, wie deren Hartnäckigkeit ankommt. Einfach 500 mal nach dem „ja“ fragen, irgendwann klickt jeder drauf und gibt seine Daten frei – und die der unbeteiligten Dritten.

Facebook und Deutschland – eine schwierige Beziehung.

Aber zurück zum Login…. Habt ihr davon schon mal gehört?

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Autor: Juristin

Juristin, Mutter, Ehefrau u.v.m.

2 Kommentare zu „Facebook – das Besserwisserprogramm“

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