Und ewig währt der Kopftuchstreit ….

Verbot des Kopftuches für bayerische Referendarin vom Gericht aufgehoben:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/gericht-kopftuchverbot-fuer-jurareferendarin-unzulaessig-a-1100627.html

 

Wie seht Ihr das mit der Neutralität des Staates? Sollte „der Staat“ und „seine Beamten“ religionsneutral sein oder sollte jeder Zeichen seiner Religion öffentlich „im Amt“ präsentieren können?

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Autor: Juristin

Juristin, Mutter, Ehefrau u.v.m.

6 Kommentare zu „Und ewig währt der Kopftuchstreit ….“

  1. Religion hat theoretisch nix in der Schule zu suchen. Theoretisch ist auch unser Staat säkular. Theoretisch.

    Ich finde das genauso unangebracht wie Kruzifixe oder andere Glaubenssymbole. Oder die Diskussion um Islamunterricht an Schulen. Den Sinn von Religion an Schulen hat sich mir spätestens an dem Tag begonnen zu verschließen, als damals eine Religionslehrerin mir meine eigenen Meinung in der Klassenarbeit als ‚falsch‘ angestrichen hat.

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  2. Mal ein ganz anderer Aspekt: Da ist eine junge, hochintelligente Muslima, die sich das deutsche Gesetzt nicht nur studiert und somit zu Eigen gemacht hat, sondern es auch vertreten will und wird. Die selbstbewusste, emanzipierte junge Dame trägt Kopftuch und bekennt sich damit zu einem Islam, der kein Problem damit hat, sich den deutschen Gesetzen und der Gesellschaft anzupassen, der in keinem Widerspruch zu emanzipierten, freien Frauen steht.
    Bin ich die Einzige, die diese „Message“ toll und wertvoll findet? Die sich denkt, dass Muslima wie diese ein ganz tolles Vorbild sind?

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    1. Nein Molly, so ähnlich auch das Bundesverfassungsgericht:
      „Die dem Staat gebotene weltanschaulich-religiöse Neutralität ist nicht als eine distanzierende im Sinne einer strikten Trennung von Staat und Kirche zu verstehen, sondern als eine offene und übergreifende, die Glaubensfreiheit für alle Bekenntnisse gleichermaßen fördernde Haltung. Dies gilt auch für den vom Staat in Vorsorge genommenen Bereich der Schule.Die bloße Sichtbarkeit religiöser oder weltanschaulicher Zugehörigkeit einzelner Lehrkräfte wird durch die weltanschaulich-religiöse Neutralität des Staates nicht ohne Weiteres ausgeschlossen.“

      Trotzdem zwei Dinge: Wie weit geht die Neutralitätspflicht des Staates und seiner Beamten? Und zweitens zu deinem Beispiel: Woher willst du wissen, zu was für einem Islam sie sich bekennt? Auch das Kopftuch zutragen ist ja nicht unbedingt durch den Islam vorgeschrieben, es ist nur eine Auslegung, es gibt auch viele Muslimas ohne Kopftuch. Könnte sie damit nicht auch ein Vorbild für anderen muslimische Mädchen sein, sich verpflichtet zu fühlen, ein Kopftuch zu tragen?

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      1. Ist eben eine schwierige Sache. Das Bundesverfassungsgericht hat ja auch entschieden, dass ein Kopftuchverbot dann ok ist, wenn es Hinweise gibt, dass es den Frieden in der einzelnen Schule stören kann.

        Andere Sache: Darf ein Lehrer einen „Atomkraft – Nein Danke!“ Anstecker tragen oder eine Regenbogenflagge?

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      2. Ich gehe einfach von dem aus, was sich die meisten denken werden.
        Und ich gehe von dem aus, was ich für mich will. Ich wollte mir ZB nicht Gedanken darüber machen, ob ich meine Kette mit Kreuzanhänger oder Kreuzohrringe trage, ob man mein „I love Buddha“-Tatoo sieht oder nicht oder ob auf meinem Pulli Herzchen und Peacezeichen drauf sind oder vielleicht Geronimo?
        Wenn man tolerant miteinander leben will, schafft man das doch nicht, indem man die Unterschiede versteckt und leugnet.

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