Nina Straßner „Eltern zu diskriminieren, gilt als Kavaliersdelikt“

Heute möchte ich Euch ein Interview der Süddeutschen Zeitung mit der Rechtsanwältin und Bloggerin Nina Straßner  (www.juramama.de) verlinken:

„Eltern zu diskriminieren, gilt als Kavaliersdelikt“

Auszug:

„Arbeitsrechtlerin und Bloggerin Nina Straßner macht das wütend. Sie findet, dass selbst Betroffene viel zu viel Verständnis für diskriminierende Chefs haben.

(…)

War sie Ihnen denn immer schon bewusst?

Nein, überhaupt nicht. Bis zum Ende meines Referendariats hatte ich ganz Ronja-von-Rönne-mäßig das Gefühl, Frauenquote, Feminismus und sonstiges Gedöns seien komplett überflüssig. Ich verschickte gut gelaunt gleichzeitig mit meinem Mann das erste Dutzend Bewerbungen. Auf dem Papier waren unsere Mappen beinahe identisch: gleiches Studienfach, gleiche Noten, beide Berufseinsteiger, beide frisch verheiratet. Er wurde fast überall eingeladen – und ich nirgends. Das kam ich das erste Mal ins Zweifeln.

Sie bekamen dann doch einen Job.

Ja, lustigerweise bei einer Firma, die eigentlich an meinem Mann interessiert war. Der damalige Chef sagte nach dem locker geführten Gespräch im privaten Umfeld zu mir: „Dafür, dass wir keine Frau einstellen wollten, haben wir uns von Ihnen jetzt ganz schön um den Finger wickeln lassen.“

Wenn ich mich heute an diesen Spruch erinnere, ärgere ich mich maßlos. Damals fiel mir das mangelnde Unrechtsbewusstsein des Arbeitsgebers gar nicht so auf, ich dachte sogar, der mangelnde Erfolg meiner Bewerbungen läge an mir. Doch nach mehr als zehn Jahren als Fachanwältin für Arbeitsrecht muss ich sagen: Es sind weniger die individuellen Schwächen, der Fehler steckt vielmehr im System.“

 

Nina Straßner hat auch das Buch „Keine Kinder sind auch keine Lösung“ geschrieben.

 

Viel Spaß beim Lesen, und besucht doch auch mal ihren Blog.

Advertisements

Autor: Juristin

Juristin, Mutter, Ehefrau u.v.m.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s