Rechte berufstätiger Eltern

Art. 6 Grundgesetz

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

Eine kurze Übersicht über die rechtlichen Ansprüche von Eltern im Berufsleben

(nur eine Übersicht, bitte bei Problemen oder speziellen Fragen genauer beraten lassen)

Das Kind ist unterwegs

Wie sag ich’s meinem Chef?

Egal wie, Hauptsache schnell. Mit Bekanntgabe der Schwangerschaft besteht der Anspruch auf Tätigkeiten, die die Schwangere / das Kind nicht gefährden (z.B. Nachtarbeitsverbot, Verbot schwerer körperlicher Tätigkeiten), und Kündigungsschutz. Außerdem kann der Chef besser planen. Er hat eine Frau „im besten Alter“ eingestellt, denkt ihr, er weiß nicht, was das bedeutet? Klar muss nicht jede Frau zwischen 20 und 40 schwanger werden – aber wer sonst?

Wann sich warten lohnt:

  • Im Vorstellungsgespräch.
  • In Führungspositionen – sonst kann es sein, dass ihr bereits zu Beginn der Schwangerschaft projektmäßig auf Abstellgleis geschoben werden („die ist dann ja sowieso bald weg“).
  • Wenn ihr erstmal die ersten Wochen abwarten wollt.

Wann sich warten nicht lohnt:

  • Bei gefährlichen Tätigkeiten, bei denen Ihr ein Beschäftigungsverbot erhalten würdet.

Weiterhin darf jede Schwangere die notwendigen Untersuchungen während der Arbeitszeit wahrnehmen, ohne dass ihr dadurch Nachteile entstehen (z.B. kein Nacharbeiten, kein Verdienstausfall).

Sechs Wochen vor (Grundlage: berechneter ET) und 8 Wochen nach der Geburt, bei Frühchen und Mehrlingen 12 Wochen besteht ein Beschäftigungsverbot (Mutterschutz), in der ein Lohnausgleich gezahlt wird. Die Schwangere kann sich bereit erklären, vor der Entbindung weiter zu arbeiten, nach der Entbindung steht ein absolutes Beschäftigungsverbot zum Schutz von Mutter und Kind.

 

Elternzeit

Wann, wie, wo – und vor allem wielange euer Kind betreut wird, entscheiden allein die Eltern.

Staatliche (= gesellschaftliche) Unterstützung gibt es dabei wie folgt:

Jedem Elternteil, das die Kinder betreuen möchte, wird der Anspruch auf Beschäftigung beim Arbeitgeber 3 Jahre lang gesichert (Elternzeit). Nach der Elternzeit von 3 Jahren besteht kein Kündigungsschutz mehr, die Kündigungsfrist für eine Kündigung zum Ende der Elternzeit beträgt 3 Monate. Möchte man sein Kind länger selbst betreuen, empfiehlt sich vielleicht ein Aufhebungsvertrag oder die Kombination von Babysitter, Großeltern und Teilzeit eines oder beider Elternteile.

Man kann bis zu einem Jahr Elternzeit auf einen späteren Zeitraum, bis zum 12. Geburtstag des Kindes, übertragen. Notwendig: die Mitteilung an den Arbeitgeber bis zum 3. Geburtstag des Kindes. So kann man beispielweise im ersten Schuljahr des Kindes seine Wochenstunden mit Elternteilzeit auf 30 oder weniger herunterfahren, und behält seinen Anspruch auf eine Vollzeitstelle nach dieser Zeit.

Finanzielle Hilfen gibt auch: das Elterngeld. Über die Höhe (300 – 1800 Euro, je nach Einkommen, für bis zu 14 / 28 Monate) gibt es viele Seiten, deshalb nur der Hinweis, dass es sich lohnt, die Steuerklasse am Anfang der Schwangerschaft zu wechseln, sodass derjenige, der mehr Elterngeld erhält, zuvor auch das höhere Nettoeinkommen hat (denn danach wird die Höhe des Elterngeldes berechnet). Weiterhin erhält man einen Geschwisterbonus, wenn es weitere kleine Kinder im Haushalt gibt, bzw. einen Mehrlingszuschlag.

Besonders spannend ist das neu eingeführte Elterngeld Plus, dass eine längere Auszahlung bei einer Teilzeit-Regelung der Elternzeit vorsieht.

Bei Studenten gibt es leider nicht entsprechende Regelungen zu Elternzeit / Elterngeld/ Krankversicherung.

Das Kind ist da

… und wird gestillt

Nach dem Mutterschutzgesetz stehen jeder stillenden Mutter Stillpausen (1 – 1,5 h) zu, die als Arbeitszeit angerechnet werden (und somit nicht nachgearbeitet werden müssen). Entweder man lässt sich das Baby von der betreuenden Person vorbeibringen oder nutzt die Zeit zum Abpumpen. Ein geeigneter Ort ist vom Arbeitgeber bereitzustellen.

… und ist krank

Angestellten Eltern stehen pro Kind 10 Tage Krankenzeit zu (Beamten: 4 Tage), in der sie zuhause bleiben können und dennoch (i.d.R.) Krankentagegeld erhalten. Voraussetzung ist die Bescheinigung des Kinderarztes. Maximal gehen 25 Tage pro Jahr (pro angestelltem Elternteil), danach muss man unbezahlt freinehmen (oder Überstunden zusammenkratzen).

… und wird flügge

Je nach Bundesland gibt es eine Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Allerdings gibt es bislang keinen Schadenersatz, wenn man doch keinen Platz bekommt. Ein zahnloser Tiger also.

… und Mama / Papa erschöpft oder krank

In Betracht kommt eine Vater- / Mutter – Kind – Kur. Dafür kann man sich bei einer der vielen Beratungsstellen kostenlos beraten und bei der Antragstellung unterstützen lassen, z.B. beim Müttergenesungswerk /caritas etc. Einfach mal nach „Kurberatung“ recherchieren. Bei manchen Anbietern gibt es spezielle Angebote für Vater – Kind – Kuren (falls er nicht allein unter Müttern sein will).

Sind die Eltern krank und ist es nicht möglich, dass eine andere im Haushalt lebende Person die Haushaltsführung übernimmt (der Partner), kann man bei seiner Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragen.

Gesetze:

falls man dem Chef / der Chefin damit mal vor der Nase herumwedeln muss

Gesetz zum Schutze der erwerbstätigen Mutter

Bundeselterngeld – und Elternzeitgsetz

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